Eva Ruth Wemme berichtet über den Alltag von rumänische Migranten in Berlin  

Jeder in Deutschland kennt sie: kniende Bettler auf der Straße, denen man eine bestimmte Herkunft anzumerken glaubt. Häufig sind es Frauen mit Kleinkind, die einem einen Zettel hinhalten, mit der Bitte um eine Gabe. Aber ihren Alltag und ihre Lebensbedingungen, kennt niemand. Es wurde Zeit für dieses Buch. Die Autorin Eva Ruth Wemme übersetzt Literatur aus dem Rumänischen und begleitet seit 2011 rumänische Migrantinnen und Migranten in Berlin als Dolmetscherin und Beraterin. Sie führte zahlreiche Interviews und berichtet eindringlich und aus erster Hand vom Teufelskreis aus Arbeits- und Wohnungslosigkeit, aus Fremdheit und Vorurteilen.

Diese Dokumentation macht die Situation und den Grad der Diskriminierung von Roma in Deutschland deutlich. Diese erinnert Wemme erschreckend an die Situation der Proletarier im frühen 19. Jahrhundert: ein undurchdringliches Dickicht aus Armut, Unwissenheit, elender und überteuerter Wohnung, Ausbeutung, Bürokratie undMisshandlungen. Und es geht um Vorurteile wie jenes von den Roma, die als Sozialschmarotzer ins Land einfallen und Menschen betrügen und bestehlen. (bue)

Verbrecher Verlag
ISBN: 978 395 732 0803
240 Seiten, 14,00 Euro