Vor 200 Jahren, am 2. Dezember 1814 starb Donatien-Alphonse-François de Sade – bekannt unter dem Namen „Marquis de Sade“.

Berühmt und berüchtigt wurde er dank einer Reihe kirchenfeindlicher, philosophischer und: pornografischer  Romane. Seine Schriften waren nach seinem Tode so erfolgreich, dass der französische Adelige zu einer zeitlosen, überlebensgroßen, internationalen Marke wurde. Denn sein Streben nach Genuss und Macht war so unersättlich, dass ein Teil der Menschheit bis heute mit “ Marquis de Sade“ den „sexuellen Exzess“ verbindet. Quell der Inspiration und Interpretation war er zudem in einer anderen Disziplin: Von Sades Namen wurde auch der Begriff „Sadismus“ abgeleitet. „Nicht im Genuss besteht das Glück, sondern im Zerbrechen der Schranken, die man gegen das Verlangen errichtet hat“, soll er einmal gesagt haben. Und: „Nur wenig ist anregender als die erste gelungene Missetat.“

Einmal auf den Geschmack gekommen schrieb er seine Romane fortan während seiner zahlreichen Gefängnisaufenthalte. Dennoch war ihm das Jammern nicht fremd: „Galilei wurde verfolgt, weil er die Geheimnisse des Himmels entdeckt hatte; Ignoranten wurden seine Quälgeister. Ich werde verfolgt, weil ich die Geheimnisse des menschlichen Bewusstseins gelüftet habe – und die Tölpel tyrannisieren mich.“  Seine Hauptwerke verfasste er in der Bastille – von „Justine“ bis zu „Die 120 Tage von Sodom“, mangels Papier in winziger Schrift. Seine Überzeugung, ein bedeutender Dramatiker zu sein, fand jedoch keine Bestätigung: Nur zwei seiner Dramen wurden – praktisch erfolglos – je zu seinen Lebzeiten aufgeführt und auch nur eines gedruckt. (bue)